Cover: Für die Liebe noch zu mager?

Für die Liebe noch zu mager?

(bei 2 Bewertungen)

DDR 1973, Laufzeit: 83 Minuten, Regisseur: Bernhard Stephan

Darsteller: Simone von Zglinicki, Christian Steyer, Norbert Christian, Ursula Staack, Karl Thiele, Fred Delmare, Uwe Kockisch, Carl-Hermann Risse

Drehbuch: Manfred Freitag, Joachim Nestler, Bernhard Stephan
Kamera: Hans-Jürgen Kruse
Musik: Levente Szörényi, Klaus Renft
Schnitt: Brigitte Krex

Verfügbarkeit: Auf Lager.

12,99 €
(inkl. MwSt. zzgl. Versand)
Susanne (Simone von Zglinicki) ist 18 und befindet sich auf dem schwierigen Weg zum Erwachsenwerden. Sie ist so bescheiden, dass man sie glatt übersieht, arbeitet in der Textilfabrik und führt zu Hause für ihren Vater und Bruder den Haushalt. So fleißig und lieb sie auch ist, wird sie doch besonders von jungen Männern nicht wahrgenommen. Keiner bemerkt, dass auch sie Wünsche hat. Schon seit Kindertagen kennt sie Lutz (Christian Steyer) und möchte, dass er ihre Zuneigung erwidert, doch auch er bemerkt ihrer Gefühle kaum. Ausgerechnet die egoistische Daisy (Ursula Staack), Susannes Freundin, bekommt ein Kind von Lutz. Nur langsam entwickelt sich Susannchen zur selbstbewussten Susanne.

»Der Film wird als überaus ehrlich und authentisch eingeschätzt, bietet ein frisches und anrührendes Bild jugendlicher Lebensweise in der DDR. Es ist eine poetisch und einfühlsam erzählte Liebesgeschichte, die mal ernst, mal heiter daherkommt und immer glaubhaft bleibt.« (DEFA-Stiftung)
Spezifikationen
Laufzeit:
83 Minuten
Bildformat:
4:3 (1:1,66 matted)
Tonformat:
Dolby Digital 2.0
Videostandard:
PAL
Regionalcode:
0 (null)
DVD-Format:
Single DVD
Artikelnummer:
19580
DVD EAN-Code:
4028951195800
Daten
Veröffentlichung:
03/2008
Produktionsjahr:
1973
Produktionsland:
DDR
FSK:
Ohne Altersbeschränkung
Farbmodus:
Farbe
Sprachen:
Deutsch
Specials

  • »Das macht, es hat die Nachtigall…« oder »Für die Liebe noch zu mager?« (Dokumentation 2007,35 Min.)
  • Biografien und Filmografien der Filmschaffenden
  • Trailer

Kundenmeinungen

  • Alfred Brehm

    „Wir waren alle verliebt in unsere kleine Hauptdarstellerin.“ Das sagt einer von der Filmcrew. Und ich werde wohl auch ein bisschen verliebt gewesen sein in die Schauspielerin. Vielleicht auch in die Susanne, ihre Rolle – wer weiß das schon so genau.

    Es hat immerhin dafür gesorgt, dass ich auch fast 40 Jahre später nach Möglichkeiten gesucht habe, den Film wieder sehen zu können. Der MDR bedauerte, er habe die Rechte nicht, das Zeltkino Hiddensee befürchtete mangelndes Zuschauerinteresse. Nun hat der Progress-Filmverleih zusammen mit der Defa-Stiftung diesen Film dankenswerterweise auf DVD gepresst und ich konnte den Film – für wenig Geld – wieder sehen. Ein nostalgisches Hochereignis!

    Das Bonus-Feature-Material dieser DVD – dorther stammt das Eingangs-Zitat – bringt eine Rückschau auf den Film von einigen aus der Filmcrew.

    So auch Simone von Zglinicki. Das ist die kleine Hauptdarstellerin von damals. Sie erscheint hier ebenso sauertöpfisch, wie ich sie in den Rollen empfunden habe, in denen ich sie seither gesehen habe: Die Leipziger Staatsanwältin in den Ehrlicher&Kain-Tatorten (nachdem der Tatort sang- und klanglos von Dresden nach Leipzig verlegt worden war), die Provinz-Polizistin, die mit dem Hallenser Polizeiruf-110-Kommissar Herbert II ins Bett steigt, und sogar live in den Berliner Kammerspielen in „Der nachte Wahnsinn“. Dort überall enttäuschte sich mich, trotz der großen positiven Vorspannung. Oder vielleicht deswegen.

    Aber in unserem alten Film, dem hier unser Interesse gilt, ist sie wirklich entzückend. Die alte Leidenschaft flammt wieder auf.

    Dabei spielt sie das Aschenputtel wirklich sehr überzeugend. Sehr viel überzeugender als Nora Tschirner in Keinohrhasen (von 2007), die einfach viel zu hübsch und sexy ist für ein Aschenputtel.

    Simone von Zglinicki ist nicht hübsch, nicht sexy. Sie ist ein bisschen pummelig (wenn auch auf sehr niedrigem Niveau) und nicht wirklich wohlgeformt. Trotzdem verliebt man sich in sie. Das will was heißen! Aber – wie gesagt – vielleicht ist es ja auch die Rolle. Die Susanne verliert auch bei großem Seelenschmerz nicht ihren praktischen und pragmatischen Verstand, etwa, als sie auf der Flucht vor dem nur zweitbesten Sex-Partner den Taillen-Reißverschluss ihres uncoolen Kleidchens schließt – auch das wieder pure Nostalgie! Auch die Flucht ihres Traumprinzen (wohin? nach Cuba oder ins Seemannsleben. Gemeint ist aber vermutlich: In den Westen.) nimmt sie ohne hysterische Ausbrüche hin.

    Ansonsten hat der Film nicht wirklich viel zu bieten. Der Umschwung von der dienenden, unscheinbaren Magd zur selbstbewussten, selbstbestimmten Frau wird weder sauber begründet noch sauber dargestellt. Es ist halt jetzt so.

    Vielleicht ist das ja diesem Film auch angemessen. Er kommt nämlich eigentlich als Musikfilm daher. Viel entwickelt sich stumm bebildert, während die Klaus-Renft-Combo oder Susza Koncz singen. Das könnte auch heutzutage noch den einen oder anderen interessieren.

    Den Realismus der Darstellung der DDR-Wirklichkeit halte ich für vernachlässigbar. Langhaarige Halbstarke nehmen auf frisierten Mopeds an der Mai-Demonstration teil. Eigentlich ist jeden Abend irgendwo eine Fete. Und so weiter. Aber vielleicht habe ich diese Zeit ja auch in zu trister Erinnerung.

    Ansonsten ist der derzeitige Commissario Brunetti Uwe Kockisch als schnorrender Bruder kurz zu sehen – aber nicht zu erkennen. Auf dem Besetzungszettel stehen auch Fred Delmare und Rolf Hoppe, die ich aber beide im Film nicht gesehen habe. Bei letzterem liegt das wohl darin, dass die Rolf-Hoppe-Szenen der Zensur zum Opfer gefallen sind. Er gibt einen frustrierten, resignierten alten Spanienkämpfer, dessen Sprüche wohl zu kritisch waren. So sagt das schon erwähnte Feature auf der DVD. Die herausgeschnittenen Szenen selber sind aber nicht dabei – Verbesserungsvorschlag! Fred Delmare blieb ohne Begründung unsichtbar.

    Bei aller Mäkelei im Detail: Der Film ist mir über fast 40 Jahre als Freude in Erinnerung geblieben. Und das Wiedersehen hat diese Freude nicht zerstört. Deshalb aus meiner subjektiven Sicht: 100%!

  • Klaus Kupka

    Über den Inhalt will ich hier nichts schreiben, da ich den Film immer noch gut finde. Hier auf dieser Seite Seite wird das Bildformat mit 16:9 angegeben, auf dem Cover jedoch mit 4:3. Beim ansehen habe ich den Eindruck, daß die Wahrheit dazwischen liegt. Im 16:9 Format erscheint das Bild erheblich zu breit, im 4:3 jedoch etwas zu schmal. In der zusätzlichen Dokumentation sagt der Regisseur, daß der Film bereits 1974 im ZDF lief, während das DDR-Fernsehen den Film erst 1989 sendete. Das möchte richtigstellen, denn ich habe den Film im DDR-Fernsehen mindestens dreimal gesehen. Am 23.06.1976, am 09.03.1981 und am 21.04.1986. Ich bin überzeugt, daß der Film dort auch noch öfter lief. Herr Stephan sollte sich besser informieren bevor solche Behauptungen verbreitet. Vielleicht liegt es auch daran, daß er vor der Wendezeit kein DDR-Fernsehen geschaut hat, wie viele andere auch.

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